Konzertreise 2011 in die Schweiz

1. Etappe: Stuttgart–Chur

Dienstag, 21. Juni 2011

Eltern winken in Stuttgart am Chorheim.
Eltern winken in Stuttgart am Chorheim. (Bild: Max Wolf)
Beim Entladen des Busses in Chur
Beim Entladen des Busses in Chur (Bild: Sebastian Sturm)
Zivilschutzanlage Chur: Die Unterkunft des Männerchors
Zivilschutzanlage Chur: Die Unterkunft des Männerchors (Bild: Felix Weiser)

Heute ist der erste - etwas stressige - Tag einer  Reise, die uns sicherlich an schöne Orte und zu netten Menschen führen wird. Nach dem erfolgreichen Beladen des Busses und schmerzvollen Verabschiedungen von der Familie geht es auch schon los! Die Vorfreude steigt mit jedem Höhenmeter.  Über Ulm und Bregenz geht es schnell in die Schweiz. Die atemberaubende Landschaft der Schweiz lässt allen Grund zum Staunen. In Chur angekommen geht es auch schnell in die Martinskirche. Die spätgotische Kirche, mit relativ guter Akustik, ist das Wahrzeichen der schönen Churer Altstadt.

Da wir auf der Hinfahrt Zeit verloren haben, fällt die Anspielprobe etwas knapper aus als gewöhnlich, was aber der Qualität des Konzertes in keinster Weise schaden soll.

Mit dem obligatorischen "Laudate omnes gentes" zum Einzug beginnt der zwar leider etwas schlecht besuchte, aber musikalisch gute Auftakt der Reise. Gesungen werden unter anderem Werke  von Bach, Hammerschmidt, Schütz und Brahms.

Der Männerchor weilt heute Nacht in einem voll funktionsfähigen Schweizer Atombunker mitten in der 37.000-Seelen-Gemeinde Chur. Die Knaben dürfen es sich in den Gastfamilien respektive im Hostel gut gehen lassen.

2. Etappe: Chur-Rapperswil

Mittwoch, 22. Juni 2011

Schweiz pur auf der Fahrt nach Rapperswil: Berge, Rhätische Bahn, ...
Schweiz pur auf der Fahrt nach Rapperswil: Berge, Rhätische Bahn, ... (Bild: Felix Weiser)
Mittagessen in der Zivilschutz-Ausbildungsanlage
Mittagessen in der Zivilschutz-Ausbildungsanlage (Bild: Lucian Wahl)
Müde Männer machen mitunter munter!
11.04.2015 Müde Männer machen mitunter munter! (Bild: Manuel Fieber)
Konzert in der kath. Pfarrkirche St. Johann
Konzert in der kath. Pfarrkirche St. Johann (Bild: Berit Kramer)

 

Der neue - noch sonnige - Tag startet mit Besichtigung der Altstadt in Kleingruppen, inklusive Eisdielen und Kaufhäusern. Nach abenteuerlicher Fahrt durch eine echte Schweizer Schlucht, mit einem entgegenkommenden Zug, einem Eisbach und steilen Felsen, essen wir im Restaurant des Zivilschutz-Ausbildungszentrums zu Mittag.

Dann geht es weiter nach Rapperswil. Nach 1½-stündiger Fahrt kommen wir direkt an der prächtigen Kirche auf einem Hügel am Züricher See an. Heute ist die Probe schon lange vor dem Konzert, sodass die Kleingruppen sich zwischenProbe und Konzert fast drei Stunden in Rapperswil beschäftigen können. Da die Temperaturen noch hoch sind, erhoffen sich einige etwas Abkühlung im Zürichsee. Daraus wird aber leider nichts, denn das Wetter ändert sich schlagartig. Sturmböen und minutenlanger Platzregen erteilen uns die Abkühlung auf eher unangenehme Weise.

Das im Vergleich zu Chur gut besuchte Konzert in der katholischen Pfarrkirche zieht langen Applaus nach sich und auch unsere auswendig gesungene Zugabe "Also hat Gott die Welt geliebt" kommt gut an und bildete einen Höhepunkt am Schluss des Konzertes.

Alles in allem ein schöner und erfolgreicher Tag.

 

3. Etappe: Einsiedeln und Wädenswil

Donnerstag, 23. Juni 2011

Sport in Einsiedeln
Sport in Einsiedeln (Bild: David Mang)
Weg zur Anspielprobe in Wädenswil
Weg zur Anspielprobe in Wädenswil (Bild: N. N.)
Anspielprobe in Wädenswil
Anspielprobe in Wädenswil (Bild: Berit Kramer)

Heute ist Halbzeit! Deshalb ist erst einmal Entspannung angesagt, denn schließlich sollen ausgeruhte Knabenstimmen die Schweizer Herzen erquicken. Es geht also von Rapperswil mit dem Bus zum idyllisch gelegenen Kloster Einsiedeln.

Dort gibt es einiges zu erleben: In der Kirche findet der Fronleichnamsgottesdienst statt, an dessen Ende wir die Orgel mit dem bekannten "In dir ist Freude" von Gastoldi hören. Die prächtig verzierte barocke Basilika beeindruckt alle Besucher. Die aus den Gastfamilien mitgebrachten Lunchpakete werden verzehrt und natürlich kommt auch die sportliche Betätigung - dank Fußball und Frisbee - nicht zu kurz.

Viel zu schnell vergeht die Zeit und schon steht die Anspielprobe in Wädenswil auf dem Programm. Auch diese Kirche ist sehr beeindruckend: Wie uns die Pfarrerin erklärt, wird das absolut stützenfreie Dach des Kirchenraums durch eine Hängebrückenkonstruktion ermöglicht - kein Wunder, denn der Architekt der Kirche, Hans-Ulrich Grubenmann, war Brückenkonstrukteur.

Nach einer Pause in den Quartierfamilien beginnt - mittlerweile routiniert - das dritte Konzert. War die Knabenschar am Mittwoch noch ein wenig verschlafen, so scheint der Chor, glaubt man den Worten von Herrn Homburg, heute wie ausgewechselt. Beflügelt von ihrer guten Leistung, begeben sich die Knaben in ihre Gastfamilien und die Männerchörler in die Jugendherberge.

Einen freundschaftlichen, länderübergreifenden Sängerwettstreit erlebt der Männerchor unverhofft am Abend: Per Zufall kommen wir mit dem örtlichen Männergesangsverein im Restaurant "Freihof" zusammen - wir beeindrucken mit Barbershops und der Messe von Lotti, die rüstigen Schweizer begeistern uns mit Volksliedern in verschiedenen Sprachen. So gehen wir mit dem Gefühl, mit unserer Musik zur Völkerverständigung beigetragen zu haben, ins wohlverdiente Bett.

4. Etappe: Wädenswil–Konstanz

Freitag, 24. Juni 2011

Tretbootfahren auf dem Zürichsee
Tretbootfahren auf dem Zürichsee (Bild: David Mang)
Frisch gebackenes Brot zum Mittagessen!
Frisch gebackenes Brot zum Mittagessen! (Bild: Lucian Wahl)
Entspannung vor der Anspielprobe in der Dreifaltigkeitskirche Konstanz.
Entspannung vor der Anspielprobe in der Dreifaltigkeitskirche Konstanz. (Bild: Felix Weiser)

Der vierte Tag der Reise beginnt und vielen dämmert es erst jetzt, dass es unser letzter Tag in der Schweiz ist. Die verbliebenen Schweizer Franken müssen also noch ausgegeben werden und so fährt die Mehrzahl der Knaben erst einmal Tretboot auf dem Zürichsee. Andere hängen ihre Beine in das überraschend warme Wasser. Mittagessen gibt es heute im Gemeindehaus, wo wir von Pfarrerin Gellner höchstpersönlich bekocht werden - es gibt frisch gebackenes Brot, Salat, Fleischkäse und zum Nachtisch einen Kuchen!

Viel zu schnell wird der "Hymbus" bestiegen: Unser Busfahrer Stefan Reck, der uns schon souverän, sicher und immer fröhlich durch die halbe Schweiz kutschiert hat, soll uns damit nach Konstanz bringen. In der dortigen Dreifaltigkeitskirche angekommen, wird kurz geprobt und dann begibt sich der Großteil des Chores in die Jugendherberge Konstanz. Die JH Konstanz ist schon von außen beeindruckend, denn sie ist in einem ehemaligen Aussichtsturm untergebracht.

Nach einem reichhaltigen und guten Abendessen fahren wir wieder zurück zur Kirche, um nach kurzem Einsingen ein Konzert zu geben. Es ist gut besucht wie noch kein Konzert auf dieser Reise - die Besucher strömen schon eine Stunde vorher in die Kirche -, der Chor beherrscht seine Stücke sicher und wird mit lang anhaltendem Beifall belohnt. Die Nachtruhezeit von 23 Uhr ist optimistisch bemessen und wird von einigen Knaben eher als Richtwert interpretiert, aber morgen ist schließlich der erste freie Tag auf dieser Reise. Den haben wir uns nach vier Konzerten auch redlich verdient!

5. Etappe: Konstanz-Laichingen/ Blaubeuren

Samstag, 25. Juni 2011

Konzentrierter Denksport während der Busfahrt
Konzentrierter Denksport während der Busfahrt (Bild: Lorenz Würfel)
Abstieg in die Laichinger Tiefenhöhle
Abstieg in die Laichinger Tiefenhöhle (Bild: N. N.)
Am tiefsten Punkt der Laichinger Tiefenhöhle
Am tiefsten Punkt der Laichinger Tiefenhöhle (Bild: David Mang)
Der Busfahrer grillt für unsere hungrigen Bäuche.
Der Busfahrer grillt für unsere hungrigen Bäuche. (Bild: N. N.)
Ankunft des Chores im Seminar Blaubeuren
Ankunft des Chores im Seminar Blaubeuren (Bild: David Mang)
Abendessen im Seminar Blaubeuren
Abendessen im Seminar Blaubeuren (Bild: Felix Weiser)

Der letzte ganze Tag auf unserer Reise ist auch der Tag an dem wir konzertfrei haben. Knaben und Männer bekommen also heute eine Pause für ihre Stimmen. In Konstanz wird noch gefrühstückt und es werden fleißig Brötchen als Lunchpakete für den Tag geschmiert. Von der Juhe in Konstanz nehmen wir kurioserweise direkten Kurs auf Stuttgart, denn dort werden zwei Knaben abgegeben, die heute auf einen Schulausflug fahren. Nun geht es schnell weiter auf die Schwäbische Alb. Am Spiel-und Grillplatz bei der Laichinger Tiefenhöhle können wir uns heute dank des guten Wetters ausgiebig entspannen - oder die überschüssigen Kräfte beim Fresbeespiel "Knaben gegen Männer" abbauen.

In drei Gruppen erkunden wir die Laichinger Tiefenhöhle.Der tiefste Punkt, den Besucher erreichen können, ist die "Kleine Halle" (55 Meter unter der Oberfläche), deren Akustik wir natürlich sofort ausprobieren müssen. Ein "Laudate omnes gentes" wird geschmettert und die Männerchörler geben einen Barbershop zum Besten.

Währenddessen sorgen unser Busfahrer und einige Männerchörler für unser leibliches  Wohl und betätigen sich am Grill. Rote Wurst im Brötchen erweist sich als die richtige Stärkung für uns Höhlenforscher. Gemächlich geht es schließlich wieder zum Bus zurück, um nach kurzer Fahrt in Blaubeuren vom Musiklehrer des Seminars begrüßt zu werden. Nach einem Abendessen gehen wir heute schnell (und früh!) ins Bett, denn morgen geht es zum Endspurt früh aus den Federn.

6. Etappe: Blaubeuren–Stuttgart

Sonntag, 26. Juni 2011

Unsere diesjährige Konzertreise führte uns in die Schweiz, nach Konstanz und Blaubeuren. Auch in diesem Jahr war das Tagebuch mit dabei. Hier können Sie die Etappen unserer Reise noch einmal nachlesen.

Der letzte Tag der Konzertreise beginnt mit frühem Wecken, das Frühstück wird im Speisesaal eingenommen. Nun steht der Gottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche Blaubeuren an. Mit einer Auswahl aus dem Reiserepertoire begleiten wir den Gottesdienst. Zum Mittagessen gibt es Schweinegeschnetzeltes in Pilzsoße mit Kartoffelecken, als Extra gibt es frischen Salat.

Nach dem Essen lädt Ulrich Stierle, Musiklehrer des Internats und unser großzügiger Gastgeber, den Chor zur einer kurzen Führung durch das Internat ein. Obwohl die Teilnahme freiwillig ist, kommen fast alle Knaben und Männer, um sich durch die Räume des ehemaligen Benediktinerklosters führen zu lassen.

Wir erfahren, dass schon 1556 die Mönche damit begonnen hatten, an der Schule zu unterrichten. Zuerst kommen wir zu den Arbeitszimmern der heutigen Schüler. Im Internat leben und arbeiten Schüler der Klassen 9 bis 13. Durch viele verwinkelte Gänge und Räume landen wir in der Klosterkirche. Hymnus-typisch müssen wir natürlich sofort die Akustik der Kirche testen, in der wir am Abend das Konzert geben werden. Herr Homburg stimmt mit uns ein "Laudate omnes gentes" an und die anwesenden Männer singen Männerchorliteratur. Mit "O lux beata trinitas" (aus Adspice Domine von F. Mendelsohn Bartholdy) und einem Barbershop werden Knaben, Männer sowie Klosterbesucher verzaubert. Allen ist jetzt klar, dass das Konzert heute Abend ein ganz besonderes werden kann.

Nach der wirklich informativen Führung von Ulrich Stierle ist wieder Freizeit in Kleingruppen angesagt. Natürlich ist das beliebteste Ziel der nahegelegene Blautopf - und natürlich die auf dem Weg befindlichen Eisdielen, denn bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen gibt es nichts Besseres als eine kleine Abkühlung.

Als alle Kleingruppen wieder eintreffen, geht es weiter mit der Anspielprobe, das fast schon zur Routine gewordene Aufstellen, Sitzplatz suchen und Einsingen läuft gut.

Das Abschlusskonzert beginnt wieder mit dem Einzug und dem dazugehörigen "Laudate omnes gentes". Von Bachs Motette "Fürchte dich nicht" über das Gloria aus der Missa in a für Männerchor von Antonio Lotti bis hin zur Zugabe "Also hat Gott die Welt geliebt" singt der Chor, vor vollbesetzter Kirche, sicher und klar. Der Dank für das großartige Konzert ist der lang anhaltende Applaus des Publikums.

Auf der Rückfahrt, kurz vor Stuttgart, wird eine lange Hymnus-Tradition ausgeführt, denn der älteste Knabe und der jüngste Männerchörler halten die Abschlussrede. Simeon Allmendinger  und Felix Haberland danken im Namen aller den an der Organisation Beteiligten, zuvorderst Frau Ott, Herrn Homburg, dem Busfahrer, dem Männerchor und den Kaben. In Stuttgart angekommen, warten die Eltern schon auf ihre Kinder und nehmen sie zügig mit nach Hause, denn morgen erwartet uns schon wieder der Alltag.

Dies ist der letzte Tagebucheintrag unserer Konzertreise. Wir hoffen, es hat Ihnen Spaß gemacht, uns auf unserer Reise zu begleiten. In den Sommerferien wird es an dieser Stelle mit dem Freizeittagebuch weitergehen.

Zuletzt noch ein Dank an unsere vielen fleißigen Fotografen, die diese Fülle an Bildern hier im Tagebuch ermöglicht haben.

Es verabschieden sich:
Joachim Priesner, Sebastian Sturm, Felix Weiser, Jakob Würfel