Konzertreise 2026 in Deutschland und Dänemark

Første dag- Stuttgart kommt!

Wenn man sich den World Happiness Report anschaut, erscheint es sehr schwer, die Dänen noch glücklicher zu machen. Aber wie man weiß, scheut der Hymnus keine Herausforderung und hat sich genau das zur Aufgabe gemacht, mit einem besonderen Repertoire zum Thema „Laudate!“ dort Freude zu bringen.

Mit dieser Mission trafen sich heute morgen 54 Hymnusianer unter der Leitung von Frau Weindel, Herrn Eller und Frau Suhr und mit dem (von der Norwegen-Reise bekannten) Moritz Jäger als Organisten. Schnell den Bus beladen, den Eltern nochmal zum Abschied winken, den Anweisungen des Busfahrers lauschen und los ging’s!

Ab jetzt heißt es: Stuttgart kommt! Aber in unserem Fall nicht nach Berlin, sondern fürs erste von Autostadt zu Autostadt, in die VW-Metropole Wolfsburg. Das Vergnügen ist zwar nur eine Nacht kurz und es steht auch kein Konzert auf dem Plan, aber so ist der erste Abend frei für Erholung und Pokalfinale!

Nachdem wir auf der Fahrt feststellen konnten, dass der Busfahrer alle seine Knöpfe gut kennt und uns ausgiebig an den Raststättenannehmlichkeiten erfreuen durften, waren auch die ca. 8 Stunden Reisezeit gut machbar. Auch die Kleingruppen sind langsam schon eingespielt. Nach vielen Runden Werwolf und Kartenspielen  sind wir in Vorfreude auf den Abend (mit lauten Fangesängen) in Wolfsburg angekommen.

Erstmal ging’s in der Jugendherberge Wolfsburg zwar zum Abendessen und im Hof die Beine vertreten bevor der Bus ausgeladen und die Zimmer verteilt wurden.

Nach und nach waren dann aber immer mehr Hymnusianer mit Brustring in den Gängen unterwegs und immer mehr „VfB!“-Rufe waren zu hören.

Bevor wir uns aber (pünktlich zum Anpfiff) in einem Konferenzraum der Juhe versammelten, musste erstmal unserem frisch nachgereisten Geburtstagskind Benno ein Ständchen gesungen werden. Alles Gute zum Geburtstag!:)

Und jetzt ist erstmal Daumen drücken angesagt! Wir freuen uns auf das Spiel!

Anden Dag- Die Königin der Hanse

So wird Lübeck aufgrund seiner führenden Rolle in dem mittelalterlichen Handelsverbund genannt. Und wenn man sich die Stadt so anschaut, glaubt man das gern! Schon der Eingang in die Altstadt, das berühmte Holstentor (was wir auch gleich beim Reinfahren nach Lübeck bestaunen konnten), macht den Reichtum und das Selbstbewusstsein der Lübecker von damals deutlich. Spektakulär sind außer der nordischen Backsteinoptik der von der Trave umschlossenen Metropole noch die Marzipankreationen, die es hier normalerweise zu kaufen gibt, wenn man nicht gerade am Pfingstsonntag kommt. Bekannt ist die Stadt auch für ihre 7 Türme, von denen zwei zur Kirche St. Marien gehören. In dieser sollte heute unser erstes Konzert auf dieser Reise stattfinden.

Begonnen hat der Tag jedoch noch in Wolfsburg. Und dort war es beim Frühstück erstaunlich ruhig, es lässt sich also fragen, ob die Enttäuschung ob des Pokalfinales gestern Abend oder die frühe Uhrzeit den größeren Anteil daran hatten.

Danach war Bus beladen angesagt. Als schließlich alle Kleingruppen durch einen Schrei ihrer Oberhäupter für anwesend erklärt worden waren, ging es wieder los auf die Reise, die viele Werwölfe und Bürgermeister ihr Leben kosten sollte. Unter anderem wurde auch das Gastgeschenk für die Lübecker durchgegeben und signiert.

In Lübeck angekommen ging es erstmal zur Jugendherberge VOR dem Burgtor Mittag essen, dann wurde ein Weg in die Innenstadt gesucht.

Nachdem wir erfolgreich unsere Jugendherberge in der Altstadt gefunden und das Gepäck abgestellt hatten, ging es weiter zur Kirche St. Marien. Und auf dem Weg folgte gleich eine Überraschung für die Thomas Mann-Fans unter den Hymnusianern: Unsere Juhe ist in der Mengstraße lediglich ein paar Häuser vom berühmten Buddenbrookhaus entfernt! Wir sind aber hier, um andere Lübecker zu treffen, nämlich die Lübecker Knabenkantorei unter der Leitung von Merle Hillmer. Die durften wir im Anschluss an eine Soloprobe Hymnus auch direkt kennenlernen und die Pause gab noch einige Gelegenheit zum Austausch zwischen den Chören.

Bloß das Knabensortieren vor dem Auftritt gestaltete sich als knifflige Aufgabe, was wohl daran liegt, dass ihre Talare unserem Hymnus-Talar nachgemodelt sind. Und wie wir wissen kann man in einem solchen hervorragend singen, was unsere Gastgeber auch gleich getan haben!

Aus Hymnus-Perspektive gab es in der „Mutter der Backsteingotik“ einige Baustellen: Sowohl die Renovierungsarbeiten, die unser Organist erstmal überwinden musste um zur Orgel zu kommen, als auch die Distanz derselben zum Chor im Konzert. A cappella konnte der Chor schon mehr überzeugen und zwei Stücke auch größtenteils auswendig zur Aufführung bringen. Der MC hatte mit „Ubi Caritas“ (von Gjeilo) sein großes Solo und „Ubi Caritas“ (von Duruflé) und „Verleih uns Frieden“ mit unseren Gastgebern zusammen (und jeweils unter der Leitung von Merle Hillmer und Frau Weindel) sorgten für einen schönen gemeinsamen Abschluss.

Für die Knaben ging es im Abschluss zum ersten Mal für diese Reise in Gastfamilien, der MC konnte seine Zimmer in der Juhe beziehen. Weil uns das Mittagessen derart gut geschmeckt hat, duften wir noch einen Abendspaziergang durch die Altstadt zurück in die andere Jugendherberge machen, um uns dort am Abendessen zu erfreuen.

Nach einem angenehmen Ausklang unseres ersten Konzerttages freuen wir uns schon darauf, Dänemark endlich persönlich kennenzulernen!

Tredje dag- Danmark: Hyggeligt at møde dig!

Was ist eigentlich nochmal dieses komische Symbol, was ich immer sehe, wenn ich meine Bluetooth-Kopfhörer verbinden will? Richtig, das sind die Anfangsbuchstaben in Runenschrift des Wikingerkönigs Harald Blauzahn, nach dem diese Technologie benannt ist! Und was hat der mit dem Hymnus zu tun? Er ist wahrscheinlich (zusammen mit über 40 seiner Nachfolger) im Dom zu Roskilde bestattet. 800 Jahre alt und Grablege der dänischen Könige ist die Domkirke Roskilde die bedeutendste Kirche der dänisch- lutherischen Folkekirken und der heutige Hymnus-Konzertort!

Davor musste erstmal noch eine Menge passieren:

8.15 Uhr morgens in Lübeck: Der MC hat gerade gefrühstückt, die Knaben kommen nach und nach eingetrudelt und verabschieden sich von ihren Gastfamilien. Die Mengstraße ist komplett mit Koffern geflutet, die sich alle langsam auf den Weg in Richtung Trave und Bus machen. Die letzten Gasteltern winken und fahren weg, dann geht es ab in den Bus. Zum Wachwerden noch ein energisches Wort zum Montag des Busfahrers ob der angespannten Toilettensituation im Bus, dann geht es los.

Nachdem sich einige LKW-Fahrer über die Masse an Jungs gewundert haben, die teilweise fußballspielend durch das Fährterminal Puttgarden rennen, darf unser Bus auf die Fähre „Prins Richard“ auffahren. Auf der 45-minütigen Fahrt wird in diversen Shops gestöbert, der Wind und die See genossen und eine Gruppe Knaben ist noch vor der dänischen Grenze völlig im Glück!  Sie haben einen neuen Freund gefunden: Jetzt hat der Hymnus als neues Mitglied die HymnusMöwe™, die für die Verwertung zugeschmissener Brotstückchen zuständig ist.

Von der Fähre in Rødbyhavn geht es weiter nach Sakskøbing, wo ein reichhaltiges Buffett uns in Dänemark willkommen heißt. Proppevoll wird anschließend der Bus bestiegen, nächstes Ziel: Domkirke Roskilde! Aber Gelegenheit, diese tolle Kirche anzuschauen und mal nach Harald Blauzahn zu suchen hat beklagenswerter Weise nur Frau Suhr, der Rest ist mit Anspielprobe und Aufbau gut beschäftigt. Als sich Chor und Kirche einigermaßen aufeinander eingestimmt haben, geht es auch schon wieder in den Bus und zum Vandrerhjem Roskilde, direkt am Hafen,  wo wir uns mit den Besonderheiten dänischer Jugendherbergen vertraut machen können.

Im Restaurant nebenan gibt es noch leckere Nudeln mit Pesto, dann auch schon ein schneller Wechsel in die Konzertsachen. Durch den nahegelegenen Park geht es zur Kirche und nach einer kurzen Pause im Gemeindehaus laufen wir zum Auftritt ein.

21 Uhr Roskilde: Das Konzert ist geschafft. Eine solide Performance, zum ersten Mal auf dieser Reise haben wir unser „Jesu meine Freude“ zur Aufführung bringen können. Nun geht es im wunderschönen Abendlicht zurück zu unserem Vandrerhjem, um die Stimme zu schonen und den Rest des Abends zu genießen.

Morgen gehts dann nach Kopenhagen!

Fjerde dag- Smørrebrød, Smørrebrød, röm töm töm…

Butterbrot. In Deutschland so ziemlich das langweiligste Frühstück was man sich vorstellen kann, in Dänemark das Nationalgericht. Klingt sonderbar? Man muss aber auch dazusagen, dass das dänische Smørrebrød ein bisschen mehr ist als bloß Brot mit Butter: Auf die Butter kommt (nach komplizierten Beleganleitungen) alles mögliche andere, was sich in der Küche noch so findet. Die Dänen lieben ihre belegten Brote sogar so sehr, dass sie sie auf Briefmarken abbilden!

Am Frühstücksbufett unserer Jugendherberge durften wir einen kleinen Einblick in diese skurril-sympathische dänische Tradition bekommen. Derart gestärkt konnte der Tag auch kommen! Und es ging auch direkt los in den Bus. Bevor wir aber zu nächsten Etappe aufbrachen, konnte unser geschätzter Busfahrer unseren persönlichen Happiness Index noch mit einer Citytour durch das morgendliche Roskilde boosten und sich mit geschicktem Manövrieren durch die engen Kurven die Bewunderung aller Führerscheininhaber sichern.

Sodann gings ab in die dänische Hauptstadt. An unserem Hostel angekommen musste jedoch erstmal ein schwieriges (und für Kopenhagen wohl sehr typisches) Hindernis überwunden werden, nämlich der vielbefahrene Fahrradweg. Dem Hymnus fällt die Lösung gar nicht schwer und mit ein bisschen Koffer-Formel 1 war das sehr bald geklärt.

Was ist das schönste Wort auf Hymnus-Konzertreisen? Für viele sicher Kleingruppenzeit! Und davon bekamen wir gleich noch ein bisschen spendiert, da im Hostel wohl noch kein Platz für uns war. Und während die einen die nahegelegenen Bolzplatz bespielten, unternahmen andere Expeditionen in die Umgebung. Auch hier wurden Reisen in die dänische Kulinarik unternommen: Von riesigen Süßiregalen im Supermarkt, eine Vielzahl von Lakritzsorten und eine Kuriosität namens Flæskesvær wurde berichtet.

Nun war auch im Hostel das Mittagessen fertig und nach dem Essenschoral wurde die lex ortenbergensis der Tischverteilung strikt umgesetzt. Im Anschluss erfolgte der Aufbruch (nach einiger Verwunderung über die vom Hotel vorgeschriebenen Armbändchen) zurück in den Bus. Auf der Fahrt wurden sich ob der schönen Altstadt einige Nasen an der Scheibe plattgedrückt, bevor dann langsam der spiralförmige Turm der Vor Frelsers Kirke in den Blick kam. In den ersten 10 Minuten in der Kirche hatten wir dann genügend Zeit, um über die Barockarchitektur mit der von Elefanten getragenen Orgel oder die Legende des vom Turm gestürzten Architekten zu sinnieren, bevor in der Anspielprobe wieder die komplexen musikalischen Probleme Thema waren.

Nach dem Umziehen durften wir vor der Kirche unser Publikum kennenlernen, der eine oder andere konnte sich heute über seine Familie freuen! Leider scheinen wir mit unserer Konzertzeit die in Dänemark üblichen Slots ein wenig verpasst zu haben, aber die die da waren, konnten sich über ein schönes Konzert mit dem Hymnus inmitten der Kirche freuen.

Nach Auspowern vor der Kirche wurde der Bus bestiegen und die Knaben durften sich über eine Sondervorstellung einiger Klassiker durch einen durchaus gutgelaunten MC freuen.

In unserem Hostel wurde es noch einmal dramatisch: Dass das viele Üben der Werwölfe im Bus sie im Kampf um die Burger unterstützt hat, lässt sich nur schwerlich anzweifeln. Am Ende waren aber alle versorgt und konnten glücklich und satt ihre Zimmer in Augenschein nehmen.

Godnat og hilsen fra København! Vi glæder os allerede til i morgen! 

Femte dag- Königlicher Glamour und royale Klänge

Nach 52 Jahren im Job in den wohlverdienten Ruhestand gehen – und im ganzen Land fließen die Tränen!Wer würde das nicht gern?  Eine Dänin hat’s geschafft: Königin Margrethe II. Übernommen hat ihr Sohn Frederik, aber das scheint die Dänen in ihrem Glück nicht zu beeinträchtigen: Er und seine Familie gelten als volksnah, bodenständig und modern. Es heißt sogar, wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, kann man ihn beim Joggen treffen! Schön und gut, aber warum muss der Hymnus das jetzt wissen? Ganz einfach: Unser heutiger Konzertort war ursprünglich mal die Privatkirche des Königshauses und einige der vielen Frederiks und Christians, die im Lauf der Zeit in Dänemark den Ton angegeben haben, wurden hier gekrönt und gesalbt.

Aber von Anfang an: Der Morgen ging nach dem Frühstück erstmal mit einer erfrischenden Runde Kleingruppenzeit weiter. Insofern wurde engagiert gebolzt, interessiert die Umgebung erkundet und die ersten größeren Touren in die Stadt unternommen, den König scheinen aber leider alle verpasst zu haben. Für einen ging es jedoch auf eine Erkundungstour durch Københavns Lufthavn: Nämlich für Simon, der sich wieder auf den Weg nach Deutschland macht, um den Bundeswettbewerb Jugend Musiziert zu gewinnen! Dafür wünschen wir ihm natürlich viel Erfolg und alles Gute, auch wenn es natürlich schade ist, ihn nicht mehr hier zu haben.

Zum Mittagessen waren aber alle wieder im Hostel, um danach (auch durch eine kleine Mittagspause gestärkt) wieder den Bus zu besteigen. Als heutiges Ziel stellte sich Hillerød dar, wo wir in Frederiksborg Slot auf den dazugehörigen Frederiksborg Drengekor treffen sollten. Hierfür wurde im Bus wie gewohnt ein Fußball präpariert.

Dort angekommen bekamen wir die Gelegenheit, dieses Wunder der nordischen Renaissance mit seinen ganzen Orgeln unter fachmännischer Anleitung zu begutachten. Und selbst wir Hymnusianer, die wirklich einige Vorkenntnisse bei diesem Thema vorweisen können, waren über alle Maßen verblüfft, wie viele unterschiedliche Instrumente man in einem einzigen unterbringen kann!

Nach einer Anspielprobe wurden wir herzlich von unseren Gastgebern begrüßt und Clemens konnte unseren Fußball gewohnt souverän loswerden.

Im Anschluss wurden wir zum Essen eingeladen und durften uns selbstgemachtes Curry mit Reis und Fleischklopsen schmecken lassen. Zum Nachtisch gab es noch einen besonderen Gruß aus der dänischen Küche: Schokoküsse! Das versetzte unsere Knaben spontan in so großes Glück, dass sie teilweise komplett vergaßen, wohin damit. Die nachfolgende Pause bot Gelegenheit zum gemeinsamen Kicken uns besserem Kennenlernen. Unsere Gastgeber waren beauftragt worden, auch um voneinander zu lernen unsere Lieblingsstücke zu erforschen, insofern kamen auch einige Gespräche zustande. Eine kleine Gruppe von Hymnusianern machte sich außerdem auf, den wahrhaft königlichen Schlossgarten in Augenschein zu nehmen, der leichte Erinnerungen an unsere Reise unter anderem nach Österreich 2019 wachrief.

Sodann ging es ab in das gemeinsame Konzert, mit der leichten Komplikation für durchschnittlich aufmerksame Hymnusianer, wann man denn nun wo bei welcher Orgel sein muss! Nach ein bisschen Hin- und Hersortieren war das jedoch auch kein Problem mehr und wir konnten dem hiesigen Knabenchor lauschen, der einige traditionell dänische Volkslieder gekonnt vortrug. In unserer eigenen Performance konnten wir dann alles (insbesondere unser Stimmvolumen) abrufen und bekamen dafür von der Chorleitung das Prädikat „Beste Leistung bisher“ verliehen. Ein hohes Lob, was beim MC auf der Rückfahrt nicht bloß gute Laune überall sondern wahre Partystimmung verursachte.

Im Hostel konnten sich dann alle von diesem erfolgreichen Tag erholen. Zwar haben wir kein ganzes Land glücklich gemacht wie Königin Margrethe, unseren freien Tag morgen haben wir uns aber trotzdem redlich verdient!

  

Sjette dag- Zum ersten Mal in … Kopenhagen!

Was macht man, wenn man viel zu viel Geld hat? Diese Frage haben sich schon viele (mehr oder weniger) kluge Köpfe mit doch sehr unterschiedlichen Ergebnissen gestellt. In manchen Fällen entdecken die Betroffenen tatsächlich ihre philanthropische Ader und entscheiden sich dafür, ihre lieben Mitmenschen zu beglücken. So geschehen im Falle des Inhabers der Brauerei Carlsberg im Kopenhagen der Jahrhundertwende: In seinen Augen war das beste, was einem im Leben so passieren kann die Kunst. Also machte er sich daran, alle anderen in Kopenhagen so oft wie möglich mit Kunst zu konfrontieren. Und so entstanden einige Dinge, die bis heute typisch für Kopenhagen sind, wie beispielsweise das Kunstmuseum Glyptoteket oder die Statue „Den lille Havfrue“. Diese Skulptur nach dem Märchen von H. C. Andersen ist heute einer der größten Tourimagneten Kopenhagens. Bestaunen konnten wir sie auf unserem heutigen Rundgang durch die dänische Hauptstadt.

Der erste Gang heute war für den Hymnus jedoch der zum Frühstücksbufett. Nach den Ansagen ging es dann jedoch auch schnell wieder hoch, es galt die Tagesrucksäcke zu packen und sich fertig zu machen.

Erfahrung im Umgang mit Stadtführungen ist beim Hymnus reichlich vorhanden. Insofern war die Einteilung in die Gruppen schnell erledigt, bloß der Name des Ausgangspunktes Gammel Strand sorgte für leichte Belustigung unter den Knaben. Sodann ging es vom Gründer der Stadt, Bischof Absalon, in einigen Etappen bis zur heutigen „Insel der Macht“ um Schloss Christiansborg. Und der Bildungsauftrag wurde erfüllt: Über Kierkegaard (jedenfalls den im Bibliotheksgarten), das Kastellet, die Flöttenstärke Dänemarks unter wahlweise König Frederik oder Christian bis hin zur Frage, was eigentlich die bunten Häuser in Nyhavn mit angeheiterten Seeleuten zu tun haben, ist der Hymnus jetzt umfassend gebrieft. Das fulminante Ende der Tour war für beide Gruppen an der Statue der kleinen Meerjungfrau, eine willkommene Gelegenheit für schöne Kleingruppenbilder.

Im Anschluss kam endlich unser liebevollst gestaltetes Reiseshirt gebührend zur Geltung: Bei einem Foto der gesamten Gruppe mit der ganzen Stadt im Hintergrund wurde es von allen aufgetragen und verewigt.

Die Großgruppe spaltete sich danach wieder in die Kleingruppen auf, die nun den Rest des Tages nach Lust und Laune die Stadt erkunden konnten. Und es wurde jeder Stein (und sämtliche Souvenirshops) umgedreht: Mit Bahn, Hafenbus und sogar mit eigenen Booten wurde die Stadt durchkreuzt, Türme wurden bestiegen und ein paar konnten auch die wunderbare Welt des Streetfoods für sich entdecken. Mit Gruppenselfies wurden die anderen auf dem Laufenden gehalten und man konnte durchaus den EIndruck gewinnen, als hätte das legendäre Glück der Dänen schon nach ein paar Tagen auf den Hymnus abgefärbt.

Zum Abendessen fanden sich alle wieder im Hostel ein und bei Gulasch mit Spätzle und Blaukraut ließ es sich auch weit weg der Heimat ganz wie zuhause fühlen.

Als Abschluss eines Tages voller neuer Entdeckungen gab es noch etwas sehr Vertrautes: Auf dem Bolzplatz unweit des Hostels wurde zur Freude von Knaben wie von Männern der traditionelle Hymnus-Kick abgehalten!

Glücklich (und auch ein bisschen erschöpft) ging es dann zurück, um Stimme und Koffer für die nächste Etappe morgen vorzubereiten. Aarhus, wir kommen! 

Syvende dag – Die Stadt des Lächelns

Zumindest wenn man sämtlichen Touri- Websites glauben will. Aber warum sollte man denn auch nicht lächeln? In Aarhus kann man durch einen Regenbogen laufen, es wird ein Gong geschlagen, wenn man in der Stadt geboren wird und die Ampelmännchen sind hier einfach Wikinger. Also wem da nicht mindestens die Mundwinkel zucken, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Das Lächeln fällt einem aber verständlicherweise erst einmal schwer, wenn man um halb 7 aufstehen muss. Das half aber nichts, wir wurden schließlich erwartet! Das Frühstück konnten wir im Hostel noch mitnehmen, dann war auch schon Bus beladen angesagt. Nach ein paar Tagen im eindrucksvollen Kopenhagen ging es für den Hymnus nun weiter. Um zu unserer nächsten Etappe zu kommen, mussten wir die Insel Sjælland verlassen, auf der unsere bisherigen Tourstopps in Dänemark liegen und in den anderen Teil, nach Jylland, hinüberfahren. Selten haben so viele derart am Busfenster geklebt, wie als wir die Storebæltsbron, ein 17 km langes architektonisches Kunststück zwischen den einzelnen Landesteilen überquerten. So hoch über dem Meer langzufahren- da fühlt man sich schon erhaben!

In Aarhus angekommen waren wir uns für einen Moment nicht ganz sicher, ob sich unser Busfahrer nicht vielleicht doch ein bisschen übernommen hat, als wir für einen Moment in einer doch relativ engen 90°- Kurve festhingen, aber anscheinend darf man den Wendekreis eines Reisebusses nicht unterschätzen!

Nach dem Ausladen der Männerkoffer ging es erstmal in deren Hostel, wo nach einer Woche Jugendherbergskost eine wahre Geschmacksexplosion auf uns wartete. Danach schnell die Koffer ins Zimmer schmeißen und wir machten uns (mit Konzertsachen) auf den Weg zur St. Luke Kirke, vorbei am Rathaus und am Kustmuseum ARoS.

Dort hatten wir erstmal nach guter, alter Konzertreise- Tradition eine Mittagspause in den Kirchenbänken, für die besondere Erholung nach einer anstrengenden Woche bekamen wir netterweise für glückliche Träume noch ein kleines Schlaflied von unserem Organisten gespielt.

Nach einer Anspielprobe durften wir dann den St. Clemens Drengekor kennenlernen, die sich heute um uns kümmerten. Den obligatorischen Hymnus- Fußball überreichte Emanuel und konnte uns würdig präsentieren.

Nun waren wir im fleischlichen Teil des Nachmittags und am großen Bufett angelangt, was einige Chorfamilien aus Aarhus vorbereitet hatten. Bis auf die glutenfreie Alternative konnten wir uns noch einmal gründlich stärken, bevor es wieder geistlich wurde.

Beim Auftritt durften wir erst einmal den Kollegen aus Aarhus zuhören, die ordentlich vorlegen und mit voller Energie beeindrucken konnten. Ebenfalls beeindrucken konnten sie mit der Vielfalt an unterschiedlichen Fliegen, die der Chor anstelle von Krawatten trug.

Unser eigener Auftritt wurde von der Chorleitung als den Umständen entsprechend wirklich gut eingestuft, (obwohl das Verteilen in der Kirche doch ein wenig unübersichtlich war). Es wurde sogar erwähnt, dass wir trotz leichter Angeschlagenheit einen besonderen Klang hätten! Aber Standing Ovations und Menschen mit Tränen in den Augen sind natürlich immer das schönste Kompliment, was ein Chor bekommen kann!

Als die Knaben ihre Gastfamilien kennengelernt hatten und der MC am Flüsschen Å vorbei zurück ins Hostel spaziert war, konnte der letzte Abend in Dänemark auf gut dänisch mit Snacks, Süßigkeiten, Freunden und Familie (und natürlich mit einem Lächeln auf den Lippen) genossen werden. Also ein klassischer Fredagsslik. Wie schade, dass wir Dänemark morgen schon wieder verlassen müssen! Aber wir nehmen einiges an Glück und guten Erinnerungen mit und sind schon gespannt, was uns in Hannover so erwartet!

Ottende dag- Hejhej Danmark!

Wie gut, dass wir mal nach Hannover fahren! Einer kleinen Umfrage im Betreuerteam zufolge sehen die Vorkenntnisse nämlich eher bescheiden aus: Ein Großteil hat absolut keine Ahnung, bei ein paar klingelt wenigstens etwas wenn sie 96 hören und die, die sich dort schon  daheim fühlen, können uns im Moment nicht weiterhelfen. Insofern haben wir jetzt alle die perfekte Gelegenheit, die Stadt durch echte Hannoveraner kennenzulernen, nämlich durch unsere Kollegen aus dem Knabenchor Hannover.

Bevor wir diese kennenlernen durften, gab es jedoch noch einiges zu erledigen: Als Anfang wäre für den MC das Frühstück im Hostel in Aarhus zu nennen. Der konnte danach eine Heerschar von Knaben in der Lobby vorfinden, die sich dort mit den aufgestellten Geschicklichkeitsspielen vergnügten. Wenig später waren alle mitsamt Gepäck im Bus verstaut und wir konnten uns auf den Weg machen.

Erstmal gab es noch eine schöne Runde durch Aarhus, bevor wir uns auf dem Motorvej in Richtung Süden wiederfanden. Zwei Stunden (und eine Menge Werwolfrunden) später konnten wir ein letztes Mal die älteste Fahne der Welt, den Dannebrog, wehen sehen, bevor wir wieder zurück in Deutschland waren. Ein bisschen wehmütig waren wir schon, dass die Zeit in Dänemark nun vorbei ist, aber die Tournee ist ja noch nicht zu Ende!

50 Meter hinter der dänischen Grenze, auf dem Rastplatz Ellund, gab es kurz vor der Abfahrt noch einen Zwischenfall: Ein Feuerlöscher fühlte sich gebraucht und bedeckte einen Teil des Bodens im MC-Bereich mit feinem, weißem Pulver! Zum Glück haben wir aber einen Fachmann für Brandfragen (und die dafür notwendigen Geräte) an Bord und so war das Problem im Nu wieder gelöst.

„Warte… Ist das nicht der Michel?“ -Diesen Ruf konnte man bald darauf durch den Bus hören. Und ja, die Kirche vor uns war in der Tat die Hauptkirche St. Michaelis zu Hamburg! Aber was macht der Hymnus denn auf einmal in der Freien- und Hansestadt? Ganz einfach: in der Jugendherberge auf dem Stintfang war für uns ein Mittagessen gekocht worden. Viel Zeit auf dem Kiez hatten wir aber leider nicht, immerhin konnten wir noch ein bisschen die Aussicht über den Hafen und die Landungsbrücken genießen und zumindest ein Gruppenbild mit der Elbphi im Hintergrund machen. Das fand anscheinend auch unser Busfahrer schade und so konnten wir auf der Weiterfahrt wenigstens aus dem Bus heraus das Rathaus und die berühmte Speicherstadt sehen.

Eine wichtige Sache gab es aber noch tun: Vincent hatte sein typisch hymnusianisches Geburtstagsständchen noch nicht gekriegt! Schön, dass du deinen 11. Geburtstag mit uns feierst und wir wünschen dir alles Gute für das neue Lebensjahr!

Nach einiger Fahrt war es dann soweit: Am Campus des Knabenchors wurden nach komplizierten Systemen die Knabenkoffer ausgeladen und nebst Besitzern auf die Gastfamilien aufgeteilt. Für den MC begann ein fröhlich-geselliger Abend in der Ständigen Vertretung, dem Stammlokal der Hannoveraner Männer. Es wurde angeregt geplaudert, (auch über den anstehenden Gottesdienst) und wir konnten einiges über Stadt und Chor erfahren. Und wie soll man sich nicht schnell daheim fühlen, wenn man so nett empfangen wird?

Niende dag- Back to the roots

Also, was haben wir gelernt? Hannover ist die Landeshauptstadt von Niedersachsen und was für uns schon spannender ist, eine UNESCO City of Music, der Fußballclub heißt Hannover 96, besondere Sehenswürdigkeiten sind der Maschsee und das Neue Rathaus. Oder so ähnlich.

Wichtiger ist aber, dass wir eine gute Zeit mit unseren Gastgebern hatten! Und die konnten wir heute morgen wieder (oder im Fall der Knaben immer noch) in Aktion erleben!

Dafür trafen wir uns in Konzertkleidung in der dritten großen Sehenswürdigkeit Hannovers, der Marktkirche. Nachdem alle Knaben tröpfchenweise aus den Gastfamilien eingetrudelt waren und nach einer kurzen Stell- und Anspielprobe waren alle ready für den Trinitatis-Gottesdienst.

Dieser konnte mit für Württemberger ungewohnt viel Liturgie und spannenden Infos zum Aaronitischen Segen aufwarten. Außerdem durften wir beim Abendmahl unseren Gastgebern lauschen, was ein durchaus beeindruckendes Erlebnis war! Der Unterschied zu unserer sonntagmorgendlichen Leistung nach einer anstrengenden Woche Konzertreise wurde im Höhenunterschied zwischen Empore (Knabenchor Hannover) und den Stufen im Altarraum deutlich.

Nachdem wir uns alle verabschiedet hatten, wurde der Bus in RIchtung der Jugendherberge bestiegen, wo es Mittagessen gab. Sodann traten wir die Reise zurück in Richtung Stuttgart, am Stadion und Vereinsgebäuden von 96 vorbei, (mit einigen Rastplatzetappen) an.

Insgesamt lässt sich sagen, dass diese Reise ein wunderbares Erlebnis war. Wir haben zusammen viel erlebt, viel gesungen und hatten viele schöne Momente miteinander. Es lässt sich hoffen, dass wir mit unserem Singen nicht nur den eigenen, sondern auch den Happiness Index den Dänen noch ein ganz kleines bisschen pushen konnten, obwohl bekannt sein dürfte, wie schwer das ist! Wir haben in einer sehr jungen Besetzung echt was erreicht! Oder wie die Chorleitung sagt: Ihr könnt euch auf die Schulter klopfen!

Für Zahlenfreunde hier noch einige Statistiken zur diesjährigen Konzertreise: Insgesamt haben wir ca. 2.480 km zurückgelegt und waren ungefähr 36 Stunden unterwegs. Ein durchschnittlicher Sänger hat ca. 120.000 Schritte auf der gesamten Reise zurückgelegt und ist durchschnittlich 16 Stockwerke pro Tag an Treppen gelaufen. Im Fahren wurden mit bis zu 2 Runden gleichzeitig, bestimmt 202 Runden Werwolf gespielt. Wir haben in 6 Städten (und 6 Kirchen) 5 Konzerte und einen Gottesdienst gesungen und dort insgesamt 4 Chöre besucht. Unser Repertoire umfasste 11 Stücke von 10 Komponisten. Außerdem hat jeder Sänger durchschnittlich 6,7 Wörter Dänisch gelernt.

Nun ist es Zeit, ein großes Dankeschön auszusprechen: Zuerst natürlich dem Leitungsteam, bestehend aus Frau Weindel, Herrn Eller und Frau Suhr, die diese Reise geplant, organisiert, auch in schwierigen Situationen durchgezogen und viel Zeit und Nerven in das Auswählen, Proben und Aufführen der Stücke gesteckt haben. Dafür sei ihnen herzlich gedankt! Danke auch an unseren Organisten Moritz Jäger, der uns musikalisch ein paarmal gerettet und immer stabil begleitet hat. Auch die Solostücke waren immer ein Genuss! Ein großer Dank gilt auch den Sängern für das unermüdliche Proben und ihre Konzentration, im Konzert wie im Probensaal. Hierbei ist insbesondere der Männerchor zu nennen, der Knaben bespaßt, Kleingruppenzeit gemanagt, Koffer gestapelt (Danke Tobi!) und ausgeholfen hat, wo es ein Problem gab. Vielen Dank dafür! Gedankt sei auch dem diesjährigen Rede-Team, bestehend aus Luis und Vincent, die uns mit ihrem Gedicht zu den 9 kleinen Hymnus-Knaben beglückt haben.

Eine Person, ohne die die Reise ebenfalls nicht möglich gewesen wäre, ist unser geschätzter Busfahrer. Danke für alles Zirkeln, das Durchhalten mit fast 60 (zuweilen chaotischen) Hymnusianern im Bus und fürs nicht die Nerven verlieren, auch bei vollem Busklo und undichtem Feuerlöscher.

Natürlich darf man hier auch unsere Gastgeber nicht vergessen, die uns jedes Mal mit viel Liebe bewirtet, bespaßt und unseren Gesang ertragen haben. Das werden wir euch nie vergessen! Ein riesiges Dankeschön!

Und nun der Dank des Reisetagebuchteams: Vielen Dank einmal an alle fleißigen Fotografen, die so viele schöne Bilder beigesteuert haben und natürlich nicht zuletzt an alle, die diesen Blog bis hierhin verfolgt haben. Wir hoffen, dass wir auch ihren Happiness Index zumindest ein bisschen damit boosten konnten!

Wir wollen uns hiermit verabschieden, freuen uns aber schon gewaltig auf die Konzerte und Reisen in der Zukunft!

Text: Malte Mündt
Fotos: Johannes Feist, Thomas Hack, Eva Suhr, Felix Hümbert, Gereon Tomm, Moritz Jäger, Jonahtan Hegenmeyer und Philipp Schreiner


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