01.09.2025
Tag 1
Die Ankunft
Endlich ist es wieder soweit: Die Hymnus Sommerfreizeit 2025 startet! Am Mittag geht es in Stuttgart los. Die Koffer sind gepackt, die Vorfreude groß und die Stimmung im Bus sowieso.
Die Fahrt nach Ortenberg ist natürlich nicht ohne Hindernisse. Kaum sind wir richtig auf der Autobahn, heißt es schon „Stau“. Aber das hält uns nicht auf! Mit Spielen, Gesprächen und viel Lachen vergeht die Zeit trotzdem wie im Flug.
Oben am Ortenberger Burgberg angekommen, sind wir froh, dass unsere Koffer nicht mit uns, sondern bequem im Transporter den steilen Weg hochfahren dürfen. Wir hingegen erklimmen tapfer den Anstieg und kommen oben zwar warm, aber glücklich an, wo wir von Königin Diana der Viertel-vor-Zwölften feierlich empfangen werden.
Dann heißt es: Zimmer beziehen. Schnell richten wir uns ein, und schon steht das erste Abendessen auf dem Programm: Spaghetti mit Bolognese, lecker und genau das Richtige nach so einem Anreisetag.
Gestärkt geht es in die erste Probe. Die Donnerode von Telemann erklingt, und die Vorfreude auf die musikalischen Tage wächst spürbar. Neue Gesichter im C-Chor und im Männerchor werden herzlich begrüßt, und so fühlt sich alles schon gleich vertraut an.
Für die Jüngeren folgt dann das traditionelle Highlight: die Gute-Nacht-Geschichte. Die „Oldies“ über 13 haben noch ein spannendes Abendprogramm gehabt: Es wird „Stratego“ gespielt. Leider fällt es heute ins Wasser, doch eine warme Dusche zum Tagesabschluss macht alle schnell wieder glücklich.
So endet der erste Tag der Hymnus Sommerfreizeit 2025, voller Vorfreude auf das, was in den nächsten Tagen noch kommen wird.
02.09.2025
Tag 2
Die Adelsprobe
Der Tag beginnt wie immer mit der Morgenandacht um 7:45 Uhr. Auch diesmal gibt es ein kleines Schauspiel, das alle zum Schmunzeln bringt und gleichzeitig nachdenklich macht. Heute geht es um die Salbung Davids. Samuel sucht unter den Söhnen Isais nach dem neuen König, aber Gott macht klar, dass nicht das Aussehen zählt, sondern das Herz. Natürlich wird auch gesungen, sodass alle wach und mit guter Stimmung in den Tag starten.
Am Mittag wird eine Fackel entzündet, und schon liegt eine besondere Atmosphäre in der Luft. Der Marquis de Saint-Clair tritt vor die Runde und eröffnet die Adels-Hymnusiade. Mit klaren Worten ruft er alle zusammen und macht deutlich: Heute wird es ernst. Bevor die Spiele starten, sprechen wir gemeinsam den hymnischen Eid. Der Marquis gibt die Sätze vor, und wir schwören, mit Mut, Kraft und Ehre an den Disziplinen teilzunehmen.
Danach geht es endlich los. Teebeutelweitwurf, Kastenlauf, Minutenlauf, Schätzspiele und viele weitere Aufgaben warten auf uns. Mal lustig, mal anstrengend, aber immer spannend, und jeder kann zeigen, was in ihm steckt.
Nach so viel Einsatz haben wir uns das Abendessen redlich verdient. Es gibt Hähnchen mit Reis und einer würzigen Sauce. Genau das Richtige nach einem Tag voller Herausforderungen.
So geht der zweite Tag zu Ende: mit vielen Erlebnissen, gutem Essen und der Vorfreude auf das, was noch kommt.
03.09.2025
Tag 3
Die Ritterliga
Der Tag startet noch etwas grau und bewölkt, aber rechtzeitig zum Mittag reißt der Himmel auf und die Sonne kommt heraus. Genau richtig für das große Fußball Highlight der Freizeit, den Grün-Blau-Kick!
Bei bestem Fußballwetter treten die Teams in spannenden Matches gegeneinander an. Es wird gerannt, gegrätscht, gejubelt und am Ende darf sich Team Grün als Sieger feiern lassen. Klar, dabei sein ist alles, aber gewinnen ist eben auch nicht schlecht.
Verschwitzt und erschöpft geht es zurück hoch zum Schloss. Dort wartet schon die ersehnte Abkühlung, niemand entkommt den Wasserpistolen und so wird die Rückkehr ins Schloss gleich viel lustiger
Zum Abendessen gibt es dann echte schwäbische Klassiker: Käsespätzle und Kartoffelsalat. Genau das Richtige, um wieder zu Kräften zu kommen.
Später steht noch die Probe auf dem Programm. Diesmal singen wir Thunder revisited, eine moderne Neuauflage der Donnerode von Telemann für Chor und Synthesizer. Eine spannende Mischung.
Zum Abschluss gibt es für die Jüngeren eine Gutenachtgeschichte, während die Oldies noch am Oldieprogramm teilnehmen dürfen.
04.09.2025
Tag 4
Schlag den Marquis
Heute haben manche die Morgenandacht einfach mal verpennt, andere waren wie immer pünktlich da. Danach gab es Frühstück und schon ging es weiter mit der Probe, in der wir „Was gut tut, dass ist wohl getan“ von J.S. Bach geprobt haben.
Die Mittagspause nutzen einige, um noch ein bisschen Schlaf nachzuholen, bevor am Nachmittag das traditionelle „Schlag den Mc“ startet. In verschiedenen Spielen treten die Knaben in Gruppen gegen die Männerchörler an. Die Aufgaben sind so verrückt wie abwechslungsreich: Beim Papierflieger bauen alle aus einem Blatt Papier ihren Privatjet und schicken ihn so weit wie möglich durch die Luft. Auch Zielsicherheit ist gefragt, wenn beim Teelichter-Spiel mit Wasserpistolen kleine Kerzen gelöscht werden müssen. Richtig spannend wird es beim Suchspiel, wenn das königliche Wappen, in Form eines Hymnus-Stickern, im Weinberg verschwindet und alle auf die Suche gehen. Gegen Ende setzt dann leichter Regen ein, zum Glück aber erst so spät, dass das Spiel nicht abgebrochen werden muss
Danach wartet im Schloss schon das Abendessen: Würstchen mit Kartoffelbrei und Gemüse, da kommt jeder auf seine Kosten.
05.09.2025
Tag 5
Der Morgen wirkt vertraut: Es ist kühl, wolkig, Knaben verpassen die Andacht. Wir lassen uns vom trüben Wetter aber die Probe nicht verderben, mit “Wie liegt die Stadt so wüst” und “Te Deum in G” werden fast vergessene Klassiker von uns revisited.
Nur die lang ersehnte Wanderung nach Fischbach fällt wetterbedingt leider ins Wasser – stattdessen haben wir die Möglichkeit, uns in verschiedenen Indoor-Turnieren zu messen. Von Gosskörling über Schach bis Karaoke ist für jeden was dabei und als es aufklart, kann auch wieder draußen Spikeball und Ähnliches gespielt werden. Nach der Knödelkäseschlonze am Mittag kommt uns dann der Backfisch wie ein königliches Festmahl vor. Nach diesem eher entspannten Tag wird den Oldies noch ein Spieleabend sondergleichen geboten, samt adligem Gesuch.
Voller Vorfreude auf die nächsten Tage kriechen wir in die Betten: Die großen Highlights (wie die Wanderung) stehen schließlich noch aus.
06.09.2025
Tag 6
7:15 Uhr. Das Weckteam reißt uns wieder aus den Betten mit wundersamen Klängen. Nachdem wir bei der Andacht unsere Restmüdigkeit ausgeschlafen haben und beim Frühstück auch der letzte Morgenmuffel aufwacht, geht es wieder ans Proben: Auf dem Plan steht heute ein weiteres “Te Deum”, diesmal von Charpentier.
Nach der Mittagsprobe zeigt sich dann endlich, dass heute dass allseits beliebte Strategiespiel stattfindet! Auf dem Hof tummeln sich Gestalten des 18. Jahrhunderts. Das diesjährige Spiel lässt uns ins Frankreich unter Louis XIV eintauchen. Als Teil einer einflussreichen französischen Familie müssen die Teams möglichst viel Prestige sammeln, indem sie sich am Bau von Versailles beteiligen oder aber die aufkommende Revolution unterstützen – immer zeitgemäß bleiben, vielleicht wird der nächste König bald gestürzt.
Nach dem ereignisreichen Spieltag kommt uns das Frikassee sehr gelegen, auch wenn das Essen dem ein oder anderen Sänger danach wohl den Magen verdorben hat.
Nach Gute-Nacht-Geschichte und Oldieprogramm gehts dann schnell in die Betten, morgen ist schließlich Gottesdienst.
07.09.2025
Tag 7
6:50 Uhr. Noch früher als sonst werden wir aus den Betten geholt. Heute gibt es zweigeteiltes Frühstück, damit wir in zwei Gruppen hintereinander mit dem Bus nach Offenburg fahren können. Dort angekommen gibt es eine kurze Anspielprobe mit anschließender noch kürzerer Pause vor dem Gottesdienst. Das üppige Buffet, das uns von der Gemeinde bereitgestellt wird, können wir trotzdem genießen.
10:00 Uhr. Gottesdienst. Wir bringen unser neueinstudiertes Programm zum besten (wird noch besser), außerdem wird unser Horizont durch Gottesdienstbeiträge auf Persisch und Amerika-Deutsch erweitert.
Hinterher geht es dann endlich in Richtung Fischbach: Nach einer Stunde Wanderung kommen wir an unserem dortigen Grillplatz an, das Feuer wird allerdings zu spät entfacht und auf die Würstchen und den Grillkäse müssen wir noch einige Zeit warten.
Nach Fußball, Basketball und anderen sportlichen Aktivitäten machen wir uns auf den Weg zurück nach Ortenberg, wo uns wie gewohnt die große Wasserschlacht erwartet und uns die dringend benötigte Abkühlung verschafft. So kommen auch endlich mal alle unter die Dusche.
Die Abendprobe fällt heute etwas kürzer aus, um den Oldies die Gelegenheit zu geben, die Mondfinsternis zu betrachten. Bei diesem stimmungsvollen Licht fallen wir dann erschöpft in die Betten. Ein wirklich langer, aber ereignisreicher Tag!
08.09.2025
Tag 8
Heute stehen wir wieder auf wie gewohnt, sind aber sichtlich müder als die letzten Tage. Nichtsdestotrotz verlaufen die Proben wie immer, bis am Nachmittag endlich der zweite Tag des Strategiespiels ansteht. Als König Ludwig gerade zu seinen Untertanen spricht, wird er zum Klang der Marseillaise von Robespierre und seinen Anhängern gestürzt. Die Revolution ist ausgebrochen! Der Bau von Versailles wirft keine Punkte mehr ab, der Schwarzmarkt blüht, dafür läuft die Kaserne prächtig. Die Gruppen können nochmal alles für den Sieg geben, nach diesem Ereignis ist nichts mehr sicher.
So haben wir trotz des bewölkten Himmels einen spaßigen Nachmittag. Nach einer Abendprobe, in der wir den zuvor geprobten Charpentier und den “Actus tragicus” von Bach zusammen setzen geht es für die Oldies noch ein letztes Mal in die Weinberge und dann ab in die Heia.
